Trumps Pocahontas-Spruch ist kein Rassismus

Als der US-Präsident Donald Trump am 27.11.2017 den Namen der dank Disney weltbekannten Indianerin „Pocahontas“ in den Mund nahm, um auf die Senatorin Elizabeth Warren anzuspielen, folgten die empörten, voller guter Absichten geladenen Reaktionen prompt.

Das Handelsblatt machte eine rassistische Anspielung ausfindig, auf Spiegel Online zieht man einen Ureinwohnervereinigungssprecher als Experten heran, der einen rassistischen Beigeschmack erkannt habe, die Wiener Zeitung verwendet im Zusammenhang mit Trump den Begriff des Täters und auch die NZZ stellte einen rassistisch unterlegten persönlichen Angriff fest. Hinzukommen die in allen Artikeln vorhandenen Verweise auf den digitalen, in Social-Media-Netzwerken formierten Widerstand gegen Trump.

Angetrieben sind die Autoren dabei einzig von der Motivation den amerikanischen Präsidenten, der den auf ihn bereits vor seiner Wahl projizierten Bosheiten leider immer noch nicht gerecht wird, zu verunglimpfen. So musste nun auch dieser, mit Rassismus überhaupt nichts zu tun habende Spruch im Sinne der Projektion herhalten.

Denn anstelle von Rassismus stellt Trumps „Pocahontas“-Spruch vielmehr einen Teil des Anti-Rassismus dar, der diesen Namen auch verdient hat. Der US-Präsident hat nämlich mithilfe seiner Anspielung darauf aufmerksam gemacht, dass Warren ihre – egal, ob wahre oder unwahre – ethnische Teilidentität als Indianer-Nachkömmling von zu viel falscher Wichtigkeit ist. Bestätigt hat sie dies wiedermal mit ihrer Antwort, in der sie die Bemerkung ebenfalls als rassistische Beleidigung wertete.

Schließlich bezog sich Trump überhaupt nicht auf ein Indianervolk oder würdigte solch eines bzw. dessen Mitglieder gar aufgrund ihrer naturgegebenen Merkmale herab. Er bezog sich einzig und allein auf die US-Senatorin, die in der Vergangenheit nicht müde wurde, ihre umstrittene Herkunft als de facto Qualifikationsmerkmal hervorzuheben. Sie bemisst aufgrund dieser Hervorhebung der „Rasse“, den ihren Körper durchfließenden, vermeintlich „rassisch“ bestimmten indianischen Blutstropfen eine ihre Person betreffende Qualität bei. Und dies ist der echte Rassismus, den Trump dank seiner gelungenen Provokation erneut aufzeigen konnte.

Bemerkenswert ist die Frage, wie die oben genannten Reaktionen überhaupt zustande kamen, obwohl der Name „Pocahontas“ als rassistische Beleidigung hier völlig ungeeignet wäre. Hätte Trump auf eine solche abgezielt, kämen ihm sicherlich andere Begriffe in den Kopf als der Name der märchenhaft verehrten Indianerin, die es schaffte aus der Wildnis in die Zivilisation zu emanzipieren. Ein Emanzipationsprozess, den Warren und alle dem US-Präsidenten Rassismus Vorwerfenden anscheinend heutzutage wieder rückgängig machen möchten.

Dass Elizabeth Warren in der Vergangenheit weitaus aggressivere (und tatsächliche) Beleidigungen an Trump gerichtet hat, wäre keine Entschuldigung sich desselben Repertoires zu bedienen, sei aber hier zumindest erwähnt.

 

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